Vive l´amitié franco-allemande
Festakt zur Verleihung der DELF-Plakette an der Marieluise-Fleißer-Realschule München – Auszeichnung für besonderes Engagement für die Förderung der französischen Sprache.
Am 19. März 2026 fand in der Marieluise-Fleißer-Realschule (München III) der Festakt zur feierlichen Verleihung der DELF-Plakette statt. Die Auszeichnung wurde durch das Institut français in der in der Schule ansässigen Dienststelle der Ministerialbeauftragten für die Realschulen in München überreicht.
Die Plakette wird jährlich an neun bayerische Realschulen – eine je Landesbezirk – verliehen und würdigt das besondere Engagement der Schule für die Förderung der französischen Sprache. Ausgezeichnet werden Schulen, die sich durch eine besonders hohe Teilnehmerzahl von Schülerinnen und Schülern des IIIa-Zweigs an den DELF-Prüfungen sowie durch sehr gute Prüfungsergebnisse auszeichnen.
Der Festakt wurde in vielfältiger Weise von den Schülerinnen und Schülern der Französischklassen aller Jahrgangsstufen gestaltet. Bereits zu Beginn führte eine Schülerin der 10. Klasse als Moderatorin durch das Programm und begrüßte die zahlreichen Gäste. Für den musikalischen Auftakt sorgte die Lehrerband mit dem Lied „On ira“ der französischen Sängerin ZAZ und setzte damit einen stimmungsvollen Rahmen für die Feier.
In ihrem Grußwort hob die Schulleiterin, Frau RSDin Birgitt Michelly-Jipp, die gute Qualität und Vorbereitung der DELF-Prüfungen durch die Französisch-Fachschaft hervor. Diese fördere den Erwerb der DELF-Diplome kontinuierlich und leiste damit einen wichtigen Beitrag zur europäischen Verständigung. Mit einer Teilnehmerzahl von rund 25 % in den 8. Klassen sowie nahezu 100 % in den 9. und 10. Klassen und Erfolgsquoten von 99 % beziehungsweise über 80 %, stellten die DELF-Prüfungen nicht nur einen wichtigen Meilenstein im Spracherwerb dar, sondern stärkten zugleich Motivation, interkulturelle Kompetenz und Selbstvertrauen der Jugendlichen. Die Auszeichnung mit der DELF-Plakette ist daher ein sichtbares Zeichen für die hohe Qualität der schulischen Spracharbeit.
Auch die Ministerialbeauftragte für die Realschulen in München, Frau RSDin Sonja Kalisch würdigte die große Bedeutung der internationalen Sprachzertifikate für die schulische Bildung und die persönliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. „Die langjährig gelebte Bildungspartnerschaft – wir feiern nunmehr 20 Jahre DELF – ist ein bedeutender Meilenstein der französischen Kultur und fester Bestandteil der Bildungskultur an bayerischen Realschulen“. Die Motivation der Schülerinnen und Schüler, das pädagogische Engagement der Lehrkräfte sowie die erzielten Erfolge belegten eindrucksvoll die nachhaltige Wirkung des Programms. Seit der Einführung an den Realschulen des Freistaats im Jahr 2006 wurden nahezu 180.000 Sprachzertifikate der Niveaus A1, A2 und B1 an Jugendliche vergeben, die sich damit „aktiv für die französische Sprache und eine Zukunft in der heute globalisierten Welt entschieden haben“. Die deutsch-französisch Freundschaft sei ein zentraler Pfeiler der europäischen Friedensordnung: Die Schülerinnen und Schüler des IIIa-Zweigs wirkten als künftige Brückenbauer einer gemeinsamen europäischen Wertegemeinschaft.
Zwischen den Redebeiträgen präsentierten verschiedene Klassen ein abwechslungsreiches kulturelles Programm in französischer Sprache. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 begeisterten das Publikum mit der pantomimischen Darbietung „Qu’est-ce que c’est?“, bei der französische Begriffe erraten werden mussten. Die Klassen der Jahrgangsstufe 8 trugen Gedichten zum Thema amitié und amour vor, während Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 mit einem humorvollen Sketch Einblicke in typische Alltagssituationen gaben. Die Lehrerband sorgte mit dem Lied „Alles leuchtet“ von Joy Denalane für einen weiteren musikalischen Akzent.
Der Höhepunkt der Veranstaltung war schließlich die feierliche Übergabe der DELF-Plakette durch den Direktor des Institut français München, Herr Michael Schischke in Begleitung der Sprach- und Bildungsattachée, Frau Dr. Marie-Laure Canteloube. Dabei wies Herr Schischke darauf hin, dass sich die Zahl der Sprecher der französischen Sprache, das heißt der Mitglieder der Francophonie, zu der auch jede Französischschülerin und jeder Französischschüler zähle, in den kommenden 20 Jahren verdoppeln werde. „Mit über 300 Millionen Sprecherinnen und Sprechern weltweit zählt Französisch zu den großen internationalen Sprachen und verbindet Menschen auf allen Kontinenten in der Gemeinschaft der Frankophonie“. Prognosen der Organisation internationale de la Francophonie gehen davon aus, dass bis 2050 etwa doppelt so viele Menschen Französisch sprechen könnten, bedingt vor allem durch das Bevölkerungswachstum in Afrika. Vor diesem Hintergrund komme dem Erlernen der französischen Sprache bereits in der Schule eine besondere Bedeutung zu: Es eröffne jungen Menschen nicht nur den Zugang zu einer weltweit verbreiteten Sprache und Kultur, sondern auch zu internationalen Bildungs-, Studien- und Berufsmöglichkeiten.
Zugleich betonte Herr Schischke, dass das in unmittelbarer Nähe zum Englischen Garten gelegene Institut français München insbesondere auch den anwesenden Jugendlichen offenstehe und mit seinem Kulturprogramm, der französischsprachigen Bibliothek sowie Angeboten zur Prüfungsvorbereitung vielfältige Möglichkeiten biete, die französische Sprache und Kultur außerhalb des Unterrichts zu vertiefen.
Der Festakt zeigte eindrucksvoll, wie lebendig und kreativ Französischunterricht gestaltet werden kann. Durch das engagierte Zusammenspiel von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern wurde die Veranstaltung zu einem sichtbaren Zeichen gelebter europäischer Bildungsarbeit und zu einem würdigen Anlass, die Bedeutung der französischen Sprache an der Realschule zu feiern.
Die Feierlichkeiten fanden in zeitlicher Nähe zum internationalen Tag der Frankophonie am 20. März statt, an dem weltweit die französische Sprache und die kulturelle Vielfalt der frankophonen Länder gefeiert werden.